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Eichelschafkopfzeit

Höchste Spiele

Tout und Sie beim Schafkopf – die höchsten Spiele erklärt

Beim Tout kündigt ein Einzelspieler an, alle acht Stiche zu machen. Ein Sie entsteht dagegen nur, wenn ein Spieler alle vier Ober und alle vier Unter ausgeteilt bekommt.

Tout

alle 8 Stiche

Sie

4 Ober + 4 Unter

Sie

höchstes Spiel

Wertung

kein Spiel nach Augen

Tout

  • Zusatz zu Solo, Wenz oder Farbwenz
  • Muss in der endgültigen Ansage genannt werden
  • Der Spielmacher muss alle acht Stiche gewinnen
  • Ein gegnerischer Stich verliert den Tout

Sie

  • Besteht aus allen vier Obern und allen vier Untern
  • Wird vollständig ausgeteilt
  • Darf sofort offen aufgelegt werden
  • Muss nicht ausgespielt werden
  • Ist das höchste Spiel

Direkter Vergleich

Tout und Sie im direkten Vergleich

MerkmalToutSie
ArtZusatz zu einem EinzelspielBesonderes vollständig ausgeteiltes Blatt
EntstehungBewusste endgültige AnsageDurch die Kartenausgabe
KartenAbhängig vom zugrunde liegenden EinzelspielVier Ober und vier Unter
ZielAlle acht Stiche gewinnenKein Ausspielen notwendig
Spiel wird ausgetragenJaNein
Verlust möglichJaNach ordnungsgemäßem Aufdecken nicht durch einen Spielverlauf
RangAbhängig von Solo-, Wenz- oder Farbwenz-ToutHöchstes Standardspiel

Grundlagen

Was ist ein Tout?

Tout ist ein französisches Wort für „alles“ beziehungsweise „gesamt“. Ein Tout ist keine eigenständige Grundspielart. Er erweitert ein Einzelspiel um die Ankündigung, alle Stiche zu gewinnen.

Möglich sind in den hier verwendeten Standardregeln:

Ein Rufspiel-Tout gehört nicht zu den hier verwendeten Standardregeln. Die Trumpfordnung bleibt beim Tout immer diejenige des zugrunde liegenden Einzelspiels. Entscheidend für den Erfolg des Tout ist die Zahl der gewonnenen Stiche, nicht die erreichte Augenzahl.

Ansage

So wird ein Tout angesagt

Fachlich korrekte Beispiele:

  • „Ich spiele ein Herz-Solo-Tout.“
  • „Ich spiele einen Wenz-Tout.“
  • „Ich spiele einen Gras-Wenz-Tout.“

Der Zusatz „Tout“ muss Teil der endgültigen Spielansage sein. Eine endgültige Ansage ohne „Tout“ kann später nicht mehr erhöht oder ergänzt werden. Die angesagte Spielart und gegebenenfalls die Trumpffarbe sind bindend. Bei einem Wenz-Tout wird keine Farbe genannt. Bei Solo-Tout und Farbwenz-Tout wird die Trumpffarbe genannt. Während einer vorherigen Spielverhandlung darf die Trumpffarbe weiterhin nicht verraten werden.

Details zum Ansageverlauf findest du unter Schafkopf-Regeln.

Tout in der Spielverhandlung

Ein Tout kann auch bei der Verhandlung um das Spielrecht relevant werden. Ein Spieler kann ein zunächst genanntes Mindestspiel erhöhen, solange noch keine endgültige Ansage erfolgt ist. Beispiele: Wenz wird zu Wenz-Tout erhöht, Solo wird zu Solo-Tout erhöht. Eine Erhöhung ist nur während der Spielverhandlung möglich. Sobald die endgültige Formulierung „Ich spiele …“ gefallen ist, steht das Spiel fest. Die Farbe darf auch bei der Erhöhung während der Verhandlung nicht genannt werden.

Spieler A: „Ich möchte selbst spielen.“

Spieler B: „Dann hätte ich einen Wenz-Tout.“

Spieler A: „Weiter.“

Endgültige Ansage von Spieler B: „Ich spiele einen Wenz-Tout.“

Formulierungen können regional variieren. Entscheidend ist die eindeutige und bindende Erklärung.

Drei Tout-Arten

Solo-, Wenz- und Farbwenz-Tout

Die Trümpfe bleiben unverändert

Der Zusatz Tout ändert keine Trumpfreihenfolge. Beim Solo-Tout gelten dieselben Trümpfe wie beim normalen Solo, beim Wenz-Tout dieselben vier Unter wie beim normalen Wenz, beim Farbwenz-Tout dieselben elf Trümpfe wie beim normalen Farbwenz. Tout verändert Anspruch, Rang und Abrechnung, nicht den Kartenmechanismus.

Tout-ArtTrümpfe
Solo-Tout14 Trümpfe
Wenz-Tout4 Trümpfe
Farbwenz-Tout11 Trümpfe

Rangfolge

Rangfolge der Tout-Spiele

  1. 1Sie
  2. 2Solo-Tout
  3. 3Wenz-Tout
  4. 4Farbwenz-Tout
  5. 5Solo
  6. 6Wenz
  7. 7Farbwenz
  8. 8Rufspiel
  • Ein Solo-Tout schlägt jedes Wenz- oder Farbwenz-Tout.
  • Ein Wenz-Tout schlägt einen Farbwenz-Tout.
  • Jeder Tout schlägt ein normales Solo.
  • Die Farbe eines Solo- oder Farbwenz-Tout verändert den Rang nicht.
  • Bei zwei gleichrangigen Spielen entscheidet die Sitzfolge.
  • Ein Herz-Solo-Tout ist nicht höher als ein Eichel-Solo-Tout.

Gewinnbedingung

Wann ist ein Tout gewonnen?

  • Der Tout-Spieler muss alle acht Stiche machen.
  • Die Zahl der Augen ist für diese Bedingung unerheblich.
  • Erhält die Gegenspielerpartei auch nur einen Stich, ist der Tout verloren.
  • Das gilt selbst dann, wenn dieser Stich ausschließlich Karten mit null Augen enthält.
  • Ein Stich aus vier Null-Augen-Karten verliert den Tout genauso wie ein Stich mit Sau und Zehn.
  • Schneider- oder normale Schwarz-Grenzen entscheiden nicht über den Erfolg des Tout.
  • Der Tout ist inhaltlich bereits die Ankündigung, die Gegenspieler ohne Stich zu lassen.

Beispiel: Tout trotz 120 Augen verloren

Die Augenzahl allein kann einen Tout nicht retten.

  • Die Gegenspieler gewinnen einen Stich mit vier Karten ohne Augen.
  • Der Tout-Spieler gewinnt alle übrigen sieben Stiche.
  • Er kann dadurch weiterhin sämtliche 120 Augen besitzen.
  • Trotzdem ist der Tout verloren, weil die Gegenspieler einen Stich gemacht haben.

Wie Schneider, Schwarz und Laufende regulär abgerechnet werden, steht unter Punkte und Abrechnung.

Tout und normales Schwarz im Vergleich

Normal Schwarz gewonnen

  • Wird erst aus dem tatsächlichen Spielverlauf festgestellt
  • Die unterlegene Partei hat keinen Stich
  • Muss nicht vorher angesagt werden
  • Verändert im verbreiteten Modell den normalen Spielpreis

Tout

  • Wird vor dem Spiel verbindlich angesagt
  • Der Spielmacher verspricht alle Stiche
  • Ein gegnerischer Stich verliert die Ansage
  • Besitzt einen eigenen höheren Spielrang
  • Wird im verbreiteten Modell gesondert abgerechnet
  • In beiden Fällen verhindert ein Null-Augen-Stich die vollständige Stichlosigkeit der Gegenpartei.
  • Tout und Schwarz sind dennoch nicht dieselbe Regelkategorie.

Abrechnung

Abrechnung eines Tout

  • Den konkreten Tarif vereinbart jede Runde vor Spielbeginn.
  • Es gibt keine allgemein verpflichtenden Geldbeträge.
  • Das Regelwerk beschreibt verbreitete Abrechnungsweisen, keine universelle Geldvorgabe.

Im vom Regelwerk beschriebenen verbreiteten Abrechnungsmodell:

  • verdoppelt ein Tout den Preis des Einzelspiels einschließlich der Laufenden
  • Laufende werden vor der Verdopplung einbezogen
  • Schneider und Schwarz werden gewöhnlich nicht zusätzlich berechnet

Ein gewonnener Einzelspieler erhält den fälligen Betrag von jedem der drei Gegenspieler. Verliert der Einzelspieler, zahlt er den Betrag an jeden der drei.

Laufende beim Tout

Die Laufenden richten sich nach dem zugrunde liegenden Einzelspiel.

  • Solo-Tout: Laufende ab drei Obern, höchstens acht Laufende.
  • Wenz-Tout: Laufende ab zwei Untern, höchstens vier Laufende.
  • Farbwenz-Tout: Laufende ab drei Untern, höchstens acht Laufende.
  • Die Trumpfreihenfolge muss jeweils ohne Unterbrechung beim höchsten Trumpf beginnen.
  • Die Laufenden werden nicht allein dadurch verändert, dass Tout angesagt wurde.

Details zur Berechnung stehen unter Punkte und Abrechnung.

Stoß, Kontra und Retour beim Tout

Fortgeschritten

  • Auch bei einem ausgespielten Einzelspiel gelten die vereinbarten Regeln für Stoß beziehungsweise Kontra und Retour.
  • Ein Stoß muss erfolgen, bevor die zweite Karte des ersten Stichs gespielt oder sichtbar geworden ist.
  • Der Spielmacher kann mit einem Retour-Stoß antworten.
  • Stoß und Retour verändern die Abrechnung, nicht das Ziel des Tout.
  • Der Spielmacher muss weiterhin alle acht Stiche machen.
  • Weitere Steigerungen und Bezeichnungen können regional abweichen.

Strategische Einordnung des Tout

Strategie, keine verbindliche Regel

Ein starkes normales Einzelspiel ist nicht automatisch ein geeigneter Tout. Für einen Tout muss nicht nur die Augenzahl, sondern jeder einzelne mögliche Verliererstich betrachtet werden. Niedrige Einzelkarten können trotz eines ansonsten starken Blatts entscheidend sein. Ein fehlender hoher Trumpf kann den Zugriff auf den Spielverlauf erschweren. Geschlossene Farbreihen und sichere Übergänge können wichtig sein. Sitzposition und Ansageverlauf bleiben relevant. Kein einzelnes Blattmerkmal garantiert acht Stiche.

Positive Merkmale

  • Sehr hohe Trumpfkontrolle
  • Geschlossene Trumpfreihen
  • Keine erkennbaren Verliererkarten
  • Sichere Übergänge
  • Lange kontrollierbare Farben
  • Günstige Sitzposition

Mögliche Risiken

  • Fehlender höchster Trumpf
  • Schwache Einzelkarte
  • Ungeschützte Farbsau
  • Unterbrochene Farbreihe
  • Kein sicherer Übergang
  • Unbekannte hohe Gegenkarten
  • Ungünstige Sitzposition

Die Seite erklärt keine Garantieformel für einen Tout.

Der Sie

Was ist ein Sie?

Ein Sie liegt vor, wenn ein Spieler genau diese acht Karten ausgeteilt bekommt:

  • Eichel-Ober
  • Gras-Ober
  • Herz-Ober
  • Schellen-Ober
  • Eichel-Unter
  • Gras-Unter
  • Herz-Unter
  • Schellen-Unter
  • Es handelt sich um alle vier Ober und alle vier Unter.
  • Der Sie entsteht ausschließlich durch die Kartenausgabe.
  • Er wird nicht durch das spätere Gewinnen bestimmter Karten erreicht.
  • Er ist kein normal ausgewähltes Solo.
  • Er ist kein Tout mit besonders guten Karten.
  • Er ist das höchste Standardspiel.

Das Sie-Blatt

Alle acht Karten im Überblick

1Eichel-Ober
2Gras-Ober
3Herz-Ober
4Schellen-Ober
5Eichel-Unter
6Gras-Unter
7Herz-Unter
8Schellen-Unter
  • Bei Rufspiel und Solo sind diese Karten zugleich die acht höchsten Trümpfe.
  • Für die Definition des Sie ist jedoch allein entscheidend, dass alle vier Ober und alle vier Unter auf einer Hand liegen.
  • Die Reihenfolge, in der die Karten aufgenommen wurden, ist unerheblich.

Ablauf

So wird ein Sie behandelt

Wer alle vier Ober und alle vier Unter ausgeteilt bekommt, hat einen Sie. Das Blatt darf sofort offen auf den Tisch gelegt werden und muss nicht ausgespielt werden.

  • Der Spieler darf den Sie sofort offen auf den Tisch legen.
  • Das Blatt muss nicht ausgespielt werden.
  • Es findet daher kein normaler Stichverlauf statt.
  • Eine Spielerklärung oder Spielverhandlung ist für dieses Blatt nicht nötig.
  • Der Sie besitzt unabhängig von der Sitzposition den höchsten Rang.
  • Da alle acht benötigten Karten einzigartig sind, kann nicht gleichzeitig ein zweiter Spieler ebenfalls einen Sie besitzen.

Sie, Solo-Tout und Schwarz im Vergleich

MerkmalSieSolo-ToutSolo Schwarz gewonnen
VoraussetzungVier Ober und vier Unter auf einer HandEndgültige Tout-Ansage zu einem SoloNormales Solo wird ausgespielt
Vorherige AnsageNeinJaNein
SpielverlaufNicht erforderlichAcht SticheAcht Stiche
ZielDurch das Blatt bereits erfülltAlle Stiche gewinnenGegenspieler machen keinen Stich
RangHöchstes SpielZweithöchstes SpielBleibt normales Solo; Schwarz beeinflusst die Abrechnung

Abrechnung

Abrechnung eines Sie

  • Auch beim Sie wird der konkrete Tarif vor Spielbeginn vereinbart.
  • Es gibt keine allgemein verbindlichen Geldbeträge.

Im vom Regelwerk beschriebenen verbreiteten Abrechnungsmodell:

  • entspricht ein Sie dem vierfachen Preis eines Solos mit acht Laufenden
  • Schneider und Schwarz werden gewöhnlich nicht zusätzlich berücksichtigt

Der Besitzer des Sie bildet die Spielerpartei. Beim üblichen Einzelspiel-Abrechnungsprinzip zahlen die drei anderen Spieler jeweils den vereinbarten Betrag.

Grundlagen zur Abrechnung findest du unter Punkte und Abrechnung.

Wie selten ist ein Sie?

Ein bestimmter Spieler

1 zu 10.518.300

Wahrscheinlichkeit, dass genau dieser Spieler bei einer Ausgabe alle vier Ober und alle vier Unter erhält.

Irgendein Spieler am Tisch

ca. 1 zu 2.629.575

Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Ausgabe irgendeiner der vier Spieler einen Sie erhält (4 zu 10.518.300).

Grundlage: Aus 32 Karten gibt es C(32,8) = 10.518.300 mögliche Acht-Karten-Blätter. Es handelt sich um mathematische Wahrscheinlichkeiten bei fair gemischten Karten; keine Häufigkeitsgarantie für reale Spielrunden.

Kann ein Sie vorgetäuscht oder übersehen werden?

  • Die acht Karten sind eindeutig definiert.
  • Vor dem Aufdecken sollte der Spieler prüfen, dass wirklich alle vier Ober und alle vier Unter vorhanden sind.
  • Eine ähnliche Kombination mit sieben dieser Karten ist kein Sie.
  • Eine Sau, Zehn oder andere Karte kann keinen fehlenden Ober oder Unter ersetzen.
  • Das vorzeitige Zeigen eines falschen Blatts wäre kein Sie und kann als Regelverletzung behandelt werden.
  • Über den Umgang mit Regelverletzungen entscheidet die Runde beziehungsweise der Turnierveranstalter nach den vereinbarten Regeln.

Typische Fehler

Typische Fehler bei Tout und Sie

Tout

  • Tout als eigenständige Trumpfordnung behandeln.
  • Tout nachträglich zu einer endgültigen Ansage ergänzen.
  • Nur die Augen und nicht die Zahl der Stiche betrachten.
  • Einen Null-Augen-Stich der Gegenspieler ignorieren.
  • Rufspiel-Tout als allgemeine Standardansage darstellen.
  • Den Preis pauschal ohne Hinweis auf den vereinbarten Tarif verdoppeln.
  • Schneider und Schwarz automatisch zusätzlich berechnen.
  • Solo-, Wenz- und Farbwenz-Tout falsch einordnen.

Sie

  • Sie und Tout gleichsetzen.
  • Den Sie wie ein normales Solo ansagen.
  • Glauben, der Sie müsse ausgespielt werden.
  • Nur sieben Ober beziehungsweise Unter für ausreichend halten.
  • Andere hohe Karten als Ersatz betrachten.
  • Den Sie unter einem Solo-Tout einordnen.
  • Den Spielnamen „Sie“ als persönliche Anrede interpretieren.
  • Turnierregeln als allgemeine Standardregeln darstellen.

Weitere häufige Stolperfallen findest du unter Typische Fehler.

Standardregel und abweichende Tischregeln

Standardregel

  • Tout nur als Zusatz zu einem Einzelspiel
  • Zusatz muss Teil der endgültigen Ansage sein
  • Ein gegnerischer Stich verliert den Tout
  • Sie besteht aus vier Obern und vier Untern
  • Sie darf sofort aufgedeckt werden
  • Sie muss nicht ausgespielt werden
  • Sie ist das höchste Spiel
  • Rangfolge: Sie, Solo-Tout, Wenz-Tout, Farbwenz-Tout
  • Verbreitete Abrechnung: Tout doppelt, Sie vierfaches Solo mit acht Laufenden

Mögliche abweichende Vereinbarungen

  • Anderer Grundtarif
  • Andere Berechnung der Laufenden
  • Schneider oder Schwarz trotz Tout zusätzlich
  • Weitere Kontra-Steigerungen
  • Organisatorische Melderegeln bei Turnieren
  • Dokumentation oder Prämien für einen Sie

FAQ

Häufige Fragen zu Tout und Sie

Was bedeutet Tout beim Schafkopf?
Tout ist ein französisches Wort für „alles“. Der Zusatz Tout kündigt an, dass der Spielmacher alle acht Stiche gewinnen will. Tout ist keine eigenständige Spielart, sondern ein Zusatz zu einem Einzelspiel.
Zu welchen Spielen kann Tout angesagt werden?
In den hier verwendeten Standardregeln ist Tout zum Solo, zum Wenz und zum Farbwenz möglich. Ein Rufspiel-Tout gehört nicht zu diesen Standardregeln.
Kann man Tout nachträglich ansagen?
Nein. Der Zusatz Tout muss Teil der endgültigen Ansage sein. Ist die Ansage einmal ohne Tout erfolgt, kann sie nicht mehr um Tout ergänzt werden.
Wie gewinnt man einen Tout?
Der Tout-Spieler muss alle acht Stiche selbst machen. Die Augenzahl ist dafür unerheblich.
Ist ein Tout mit 120 Augen automatisch gewonnen?
Nein. Selbst wenn der Spielmacher alle 120 Augen besitzt, ist der Tout verloren, sobald die Gegenspieler auch nur einen einzigen Stich gemacht haben.
Verliert ein Null-Augen-Stich den Tout?
Ja. Für den Tout zählt allein die Zahl der Stiche. Auch ein Stich aus vier Karten ohne Augen kostet den Tout.
Welche Tout-Ansage ist die höchste?
Unter den Tout-Spielen ist der Solo-Tout am höchsten, gefolgt vom Wenz-Tout und dann vom Farbwenz-Tout. Über allen Tout-Spielen steht der Sie.
Was ist ein Sie beim Schafkopf?
Ein Sie liegt vor, wenn ein Spieler alle vier Ober und alle vier Unter ausgeteilt bekommt. Der Sie entsteht ausschließlich durch die Kartenausgabe und ist das höchste Spiel.
Welche Karten gehören zu einem Sie?
Eichel-Ober, Gras-Ober, Herz-Ober, Schellen-Ober sowie Eichel-Unter, Gras-Unter, Herz-Unter und Schellen-Unter. Genau diese acht Karten müssen auf einer Hand liegen.
Muss ein Sie ausgespielt werden?
Nein. Der Sie darf sofort offen auf den Tisch gelegt werden. Ein Ausspielen ist nicht notwendig.
Ist der Sie höher als ein Solo-Tout?
Ja. Der Sie steht über jedem Tout und ist das höchste Standardspiel.
Muss ein Sie wie ein Solo angesagt werden?
Nein. Der Sie entsteht durch die Kartenausgabe. Er wird nicht wie ein normales Solo angesagt, sondern nach Prüfung des Blatts offen aufgelegt.
Wie wird ein Tout abgerechnet?
Den konkreten Tarif vereinbart jede Runde vor Spielbeginn. Im vom Regelwerk beschriebenen verbreiteten Abrechnungsmodell verdoppelt ein Tout den Preis des Einzelspiels einschließlich der Laufenden. Schneider und Schwarz werden gewöhnlich nicht zusätzlich berechnet.
Wie wird ein Sie abgerechnet?
Auch der Tarif für den Sie wird vor Spielbeginn vereinbart. Im vom Regelwerk beschriebenen verbreiteten Modell entspricht ein Sie dem vierfachen Preis eines Solos mit acht Laufenden.
Wie wahrscheinlich ist ein Sie?
Für einen bestimmten Spieler beträgt die Wahrscheinlichkeit rund 1 zu 10.518.300. Da vier Spieler jeweils ein Blatt erhalten, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer vollständigen Ausgabe irgendein Spieler einen Sie erhält, bei ungefähr 1 zu 2.629.575.

Tout und Sie stehen an der Spitze der Spielrangfolge, entstehen aber auf völlig unterschiedliche Weise: Der Tout ist ein verbindliches Versprechen für acht Stiche, der Sie ein außergewöhnliches ausgeteiltes Blatt.